Veröffentlicht in Allgemein, Memory Lane

Memory Lane

schilksee

Seit einiger Zeit, wenn ich noch so zwischen Schlafen und Wachen bin, tauchen Bilder aus meiner Kindheit auf. Viel Ostsee ist dabei. Ich hatte eine recht freie Kindheit auf dem Lande, aber wenn es ab Mai an den Wochenenden, und im Sommer für sechs Wochen, an die Ostsee ging, bekam diese Freiheit noch eine andere Qualität. Vor dem Frühstück ging es zum Baden und nach dem Frühstück, konnten wir bis zum Abendessen machen was wir wollten. Damals haben wir in der Nähe von Heiligenhafen gezeltet und ich erinnere mich in Badezeug, an den Zelten der Nachbarn vorbei, zum Strand gelaufen zu sein. Zu eilig um lange mit jemanden zu sprechen, zu begierig am Wasser zu sein. Komischerweise bin ich in vielen dieser Bilder alleine und wenn ich darüber nachdenke, dann habe ich mich auch als Kind oft abgesondert. Ich war lebhaft und gesellig, aber eben auch gerne für mich. So erinnere ich mich an einen stürmischen Tag. Wir sollten nicht ins Wasser gehen. Ich verstand nicht warum, denn Wellen waren doch toll. Also ging ich natürlich ins Wasser und es war großartig. Ich gab mich völlig den Wellen und dem Wind hin und plötzlich war ich ungefähr zweihundert Meter von dem Platz weg, an dem ich ins Wasser gegangen war. Da verstand ich was gefährlich war. Damals war ich vielleicht  8 oder 9.

Danach kam der Sommer, an dem meine Eltern plötzlich nach Hause fuhren und wir bei Tante Thea bleiben mussten. Meine Oma war erkrankt, also die Mutter meines Vaters. Eines Tages kam Tante Thea und sagte kurz: Deine Eltern bleiben noch länger, Oma G. ist gestorben. Ich kann mich nicht erinnern, da geweint zu haben, aber ich sehe mich noch immer in dem kleinen Zweimann-Zelt sitzen und zu versuchen zu ergründen, was gestorben bedeutet. Ich wusste nur eines, ich würde sie nicht wiedersehen und sie war doch so wichtig für mich. Niemand hat danach mit mir darüber gesprochen, auch meine Eltern nicht. Ich erinnere mich aber, dass es an dem Tag Saure Suppe gab. Eine Abscheulichkeit sondergleichen. Suppe die auf Schinkenknochen gekocht und mit Backobst und Essig verschlimmbessert wird. Das war eindeutig kein guter Tag. Danach begann eine dunkle Zeit, keiner schien zu realisieren, was Omas Tod für mich bedeutete, nicht einmal ich. Da war nur eine Lücke und die musste ich füllen. Ich begann zu stehlen, nicht in Läden, sondern Kleingeld aus Mutters Börse, um mir Süßigkeiten zu kaufen. Dann blieb ich sitzen und irgendwann ging das Leben normal weiter.

Heute morgen habe ich mich erinnert, wie ich das erste Mal meine Periode bekam. Das war auch an der Ostsee. Ich war dreizehn und zwei entscheidende Sachen passierten, Asterix, und damit eine zarte Idee von Anarchie, trat in mein Leben und ich bekam meine Regel. Es traf mich nicht unerwartet, also ging ich, nachdem ich Blut in meiner Unterhose gefunden hatte, zu meiner Mutter und sagte: „Ich brauche Camelia, ich hab meine Tage gekriegt.“ Und wünschte sofort ich hätte ihr nichts gesagt, die Frau rastete total aus. Während sie mich mit Vorlagen in matrazenstärke versorgte, schwallte sie Instruktionen, wie: Nicht baden! Keinen Kaffee trinken, das treibt und so weiter. Nebenbei unterrichtete sie den halben Campingplatz von dem Ereignis. Mich nervte das entsetzlich. Nicht weil ich mich schämte, sondern weil sie, wie so oft, etwas öffentlich machte, was ich als privat, und wirklich nur mich betreffend, betrachtete. Übrigens habe ich bis heute nicht verstanden, warum ich nicht baden gehen sollte. Wahrscheinlich hatte sie Angst, ich würde die Haie anlocken oder ähnliches. Das war auch der Tag, an dem das Verhältnis zwischen Mutter und mir kippte. Auf einmal war da nur noch Misstrauen und jeder Junge mit dem ich etwas unternahm, zog die „Pass bloß auf, dass du nicht schwanger wirst“ Rede mit sich. Ich war dreizehn und alles was mich an Jungen interessierte war, dass sie klettern konnten, sich nicht scheuten dreckig zu werden und sich von mir rumkommandieren ließen.

 

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Weibsbilder an Deck

Cap San Diego

Gestern also Hamburg. Wir lasen im Rahmen der Austellung „Alle Art an Deck“ auf der Cap San Diego. Mit von der Partie Anetten Sørensen Habel, Maike Barth, Dagmar Mißfeldt, Christel Hildebrandt, Marion Hinz und Karin Braun, die was ich bin. Wir lasen im Blauen Salon und hatten volles Haus. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich sehr, dass Michael Habel (der Kurator der Ausstellung) und seine Leute diesen Abend möglich gemacht haben.  Übrigens wurde neben Geschichten aus der Anthologie Weibsbilder, aus „Professor Hieronimus“ von Amalie Skram, Übersetzung aus dem Norwegischem Christel Hildebrandt, und aus dem Lyrikband „Leicht ist mein Herz“ von Marion Hinz gelesen. Alle drei Werke kann ich aus vollem Herzen empfehlen.

Auf dem Rückweg, in der Bahn dachte ich, schon seltsam an was für merkwürdige Orte dich das Autorinnenleben doch führt. Wer hatte gedacht, dass ich einmal auf einem alten Frachter lesen würde.

gespenstisch

Die Rückfahrt vertrieb ich mir denn mit lustigen Fotospielereien im Zug. Irgendwie war ich noch zu erfüllt von der Veranstaltung, um Lesen zu können und meine Lieblings-Zug-Beschäftigung, aus dem Festern gucken, Landschaft vorüberziehen lassen und denken, klappt im Dunkeln nicht so gut. Aber auf der Hinfahrt habe ich ein wenig an Abseits gebastelt. Nichts aufregendes, nur Skizzen, aber immerhin hat es mich ein wenig weitergebracht.

Allerdings, geht es mir heute, wie zu erwarten nicht blendend. Ich hab mir gestern den Fußß verknackst, der ist also noch geschwollen und ich habe Migräne. Also lasse ich es eher ruhig angehen.

 

 

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Karin im Märchenland

Abseits Recherche

Allmählich brauche ich immer mehr Regalplatz für meine Märchen-Magie Rechreche. Auch die Festplatte im Kopf raucht und vielleicht sollte ich mal einen Tag Abstand nehmen oder zwei. Heute wird eh nicht mehr viel gearbeitet. Ich muss mich schon mal für meinen Ausflug morgen coachen. Wir lesen ja auf der Cap San Diego aus den Weibsbildern und auch wenn Hamburg von Kiel nur ca. 1 Stunde Bahnfahrt entfernt ist, ist es doch anstrengend. Aber es ist natürlich auch schön und ich freue mich darauf.

Was gibt es sonst neues? Meine Enkelin ist aus dem Krankenhaus raus, dafür ist meine Schwester heute morgen mit einem Rheumaschub und akuten Bluthochdruck reingekommen. Wir sollten eine Drehtür einbauen. Ich möchte wirklich einmal wissen, was da los ist. Es kommt einfach keine Ruhe rein.

Hoffen wir mal, dass wenigstens die Kieler Abteilung der Familie gesund bleibt.

 

 

 

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Schnee

Baum in der Dachrinne

Ich bin genervt! Was das mit dem Schnee soll, kann mir auch keiner erklären. Sicher es taut schon wieder, aber es ist halt unangenehm nass und kalt und der Schnee gibt mir gerade das Gefühl, dass es dieses Jahr so gar nicht warm werden wird und das ich durchgängig den Ofen anhaben muss.

Aber was rege ich mich über Dinge auf, die ich nicht ändern kann und sich darüber ärgern hat auch keinen Zweck. Ich werde mich also nach Abseits schreiben, da ist gerade richtig Frühling.

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Heute ist wieder so ein Tag

… an dem einfach keine Ruhe einkehrt.

welche realität

Das sind immer die Tage, an denen ich mir nicht ganz sicher bin, wo ich mich gerade befinde und warum. Das sind die Tage wo Anforderungen aus den unterschiedlichsten Richtungen kommen und mich an dem hindern, was ich eigentlich machen will.

Melinda, meine jüngste Enkelin liegt im Krankenhaus, ihre Mutter ist bei ihr, Melindas Schwester bei meiner Schwester und ich bin in Kiel und kann nur aus der Peripherie helfen. Für diese Hilfe musste ich rauskriegen, wie dieses verdammte Whats App funktioniert.

Während ich also mit der Technik kämpfe, denke ich: Aber ich will doch nur nach Abseits und mit meinen Leute dort sehen, wie es weitergeht. Ah, Whats App funktioniert, also kann ich los, da kommt Viktor. Er kriegt die Windows Schriftarten nicht unter Ubuntu 16.04 installiert, ob ich weiß? Ja, weiß ich, kann ich aber nicht so erklären, muss ich zeigen. Ich glaube heute ist kein Abseits-Tag, heute ist Technik-Tag. Aber erst einmal brauche ich Kaffee … viel Kaffee.

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Vom Werden und Wachsen

Baerlauch und Minze

In unserem kleinen, verwilderten Garten sprießt doch das eine oder andere, so haben wir Bärlauch und auch die Minze kommt wieder. Drinnen bollert immer noch der Ofen, was mir komisch vorkommt.

Was gibt es sonst Neues? Nicht viel. Alles ist im Werden. Allerdings bin ich heute wieder mit Kopfschmerzen aufgewacht, was mir nicht gefällt. Daher werde ich eher ein wenig kürzer treten, denn am Donnerstag sollen mein Fräulein Timm (meine Geschichte in den Weibsbildern) und ich fit sein und auf der Cap San Diego mit den anderen Weibsbildern strahlen. Wir lesen dort im Rahmen der Ausstellung „Alle Art an Deck“.

 

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Freudvoller Samstag

crofton cooker

Es gibt Tage, die beginnen einfach schön. Für meine Recherche zu Abseits bin ich schwer in Sachen Märchen, Sagen und Legenden unterwegs und in Sachen Seidr und Runen. Wie auch immer. Jedenfalls bin ich schon lange hinter Thomas Crofton Crokers Märchensammlung hinterher und heute morgen fand sich eine Ausgabe in der Post, daher: Danke Gabriele.

Buecherecke

Damit so ein Schatz nun auch einen schönen Platz hat, habe ich heute eines der Regale komplett ausgeräumt und saubergemacht. Einiges aussortiert und anderes anders untergebracht und mich gewundert, was sich alles im Laufe der Zeit ansammelt. Mit Verwunderung habe ich nebenbei mitbekommen, dass heute Tag des Buches ist, was mich im Grunde nicht so interessiert, da für mich jeder Tag Tag des Buches ist. Ich hatte dann aber doch das Gefühl mit meiner Reinigungsaktion angemessen auf die Information reagiert zu haben.

23.4.2016

Gestern Abend erschreckte Viktor mich mit Ansagen von Kälte, Sturm und Schnee. So war ich denn doch überrascht, die Hunderunde heute bei herrlichem Frühlingswetter zu absolvieren. Bis eben blieb es heiter und frühlingshaft, doch nun beginnt es aufzufrischen.

Ich werde nun mal so langsam den Feierabend einläuten und es mir mit Crofton Croker gemütlich machen.

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Die Erde hat mich wieder

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Heute morgen bin ich aufgewacht und hatte keine Schmerzen, kein Fieber und mein erster Gedanke war: Du solltest endlich einmal die Küche feudeln! Da mich ein solcher Gedanke eher selten umtreibt, blieb ich erst einmal liegen und horchte in mich hinein. Aber nein, nichts ungewöhnliches. Also entschied ich, dass es wohl wirklich an der Zeit wäre für eine kleine Reinigungsaktion. Da mein Bruchbudenparadies klein und übersichtlich ist, war die Arbeit schnell erledigt. Danach hatte ich mir einen Kaffee verdient und zog meine tägliche Tarotkarte, die bestätigte, dass ich wohl auf dem Weg der Besserung bin.

Lustig nicht? Früher hattest du als anständige Hexe einen Besen, ein paar Kräuter und einen Pack Karten gebraucht und heute, brauchst du Laptop, Smartphone und eine Cloud, die du ohne Besen erreichen kannst.  Ich glaube, dass ist dieser Fortschritt von dem alle reden. Manches davon ist wirklich lustig und ich gestehe ich finde es drollig meine beiden Lieblingstarots (Druid Craft und Wildwood) als App auf dem Fairphone  zu haben.

Recht herzlich bedanken möchte ich mich für eure Genesungswünsche und Anregungen. Es war allerdings keine Grippe. Es ist so eine komische Sache bei mir, wenn ich reizüberflutet, überlastet oder wie immer man es nennen will bin, wenn ich also merke, es wäre besser, alles im Außen abzusagen, das aber ignoriere, dann schreitet mein Körper ein und reagiert mit Fieber, Schüttelfrost und extrem heftigen Migräneanfälle und eben auch Gliederschmerzen. Ein paar Tage Ruhe und ein wenig Vorsicht in den nächsten Wochen, bringen die Sache wieder ins Lot.

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Lebenszeichen

Dandelion

Heute bin ich sogar kurz draußen gewesen. Einmal um den Block und das war es denn. Danach wieder Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Wenn sich bis zum Wochenende nichts bessert, werde ich mal zur Ärztin gehen. Sicher kommt da wieder nichts bei raus oder eine „das zahlt ihre Kasse nicht-Krankheit“, von denen ich mir allmählich keine weiteren mehr leisten kann.  Jedenfalls habe ich den Kaffee auf. Lege ich mich ins Bett, tut mir alles vom Liegen weh, bin ich auf, kriege ich nichts gemacht, weil ich dauernd Kopfschmerzen habe. Total Lichtempfindlich bin ich auch und lesen … dass ist das Schlimmste. Lesen geht nur sehr sehr wenig.

Schön das ich einen Blog habe, um zu jammern, dass entlastet Herrn Braun doch sehr, obwohl dieser, wie immer, ein Schatz ist und sich vorbildlich um mich kümmert.

 

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Weiterhin: Außer Betrieb

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Die gute Nachricht ist, lesen geht wieder. Die schlechte, ich fühle mich noch immer wie durch den Wolf gedreht. Also bleibe ich auch heute im Bett.

Aus dem Bücher Haufen habe ich mir als erstes Anne B. Ragde „Die letzte Reise meiner Mutter“ herausgesucht. Übersetzung aus dem Norwegischen: Gabriele Haefs.

Also, ihr seht, ich bin gerüstet, selbst wenn ich noch ein paar Tage langliegen sollte. Nächsten Donnerstag muss ich wieder fit sein, es geht gen Hamburg: Die Weibsilder lesen auf der Cap San Diego, im Rahmen der Ausstellung: Alle Art an Deck!

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Es lesen unter anderem: Christel Hildebrandt, Dagmar Mißfeldt, Maike Barth, Marion Hinz, Anette Sørensen-Habel und Karin Braun.